Yard Management bei Zott: Integrierter Milkrun rund um die Uhr

Für das lückenlose Steuern und Dokumentieren aller LKW-Bewegungen auf den Betriebshöfen von drei Produktionsstandorten setzt die süddeutsche Molkerei Zott auf das in SAP S/4HANA integrierte Yard Management-System FlexYard der Flexus AG. Ein- und Ausgangsverwiegungen, Qualitätsprüfungen, Entladevorgänge und Tankreinigungen werden damit durchgehend digitalisiert.

Die Logistik kommt hier nie zur Ruhe: Im Werk 2 der Molkerei Zott im schwäbischen Mertingen liefern Tankfahrzeuge pausenlos Milch, Zucker und andere Rohstoffe, um die Produktion rund um die Uhr zu gewährleisten. Gleiches gilt für die zwei weiteren Produktionsstandorte in Günzburg und im polnischen Opole. Allein für den Rohmilch-Nachschub werden in der Zott-Gruppe täglich rund 200 LKW abgefertigt.

Zott SE & Co. KG ist eine süddeutsche Molkerei mit Sitz in Mertingen, rund 30 km nördlich von Augsburg. Das 1926 gegründete Unternehmen befindet sich bereits in der vierten Generation im Familienbesitz. An drei Produktionsstandorten in Mertingen, Günzburg und Opole in Polen wurden 2025 rund 894 Mio. kg Milch zu diversen Köstlichkeiten wie Joghurtmischerzeugnissen oder Käse verarbeitet und in zahlreichen Ländern der Welt vertrieben.
Weitere Infos unter www.zott-dairy.com.

Einführung im laufenden Betrieb

Der Durchlauf der LKW entlang der einzelnen Stationen auf dem Betriebsgelände folgt einem strengen Protokoll: Registrierung, Eingangsverwiegung, Qualitätskontrolle, Abpumpen der Ware, bei Bedarf Tankreinigung und am Ende die Ausgangsverwiegung. Hinzu kommen Sonderprozesse wie das Verwiegen von Streusalz, das Anliefern von Zucker oder die Ausgabe von Dokumenten beim Pförtner. Stillstand ist hier keine Option, zumal es auf den Betriebsgeländen keine vorgelagerten LKW-Stellplätze gibt. Jeder einzelne Schritt wurde 2024 vollständig digitalisiert und in einem durchgängigen Workflow vollständig in SAP S/4HANA integriert. Dahinter steckt die Lösung FlexYard der Flexus AG, die innerhalb von nur fünf Monaten im laufenden Betrieb zunächst in Günzburg und dann in Mertingen und Opole eingeführt wurde.

„Die Genuss-Molkerei Zott ist ein internationales Industrieunternehmen der Milchbranche. In einer Molkerei ist es essenziell und wichtig, dass sämtliche Rohstoffeingänge und Rohstoffströme dokumentiert werden und nachvollziehbar sind und etwaige Produkt-Rückverfolgungen lückenlos stattfinden können. Mit FlexYard haben wir dafür eine Super-Lösung gefunden“, betont Markus Diepold, der bei Zott als Spezialist für die Milchlogistik arbeitet.

Diverse Schnittstellen

Die Einheitlichkeit der Abläufe an allen Standorten war eines der vielen Ziele des Projekts, das im Juni 2023 gestartet wurde. Bereits im November erfolgten die ersten Test sowie das Einrichten der diversen Schnittstellen zwischen FlexYard und der vorhandenen Hardware – darunter die Steuerungen der Abtank- und Reinigungsanlagen, die von OAS gelieferten LKW-Waagen an den Ein- und Ausfahrten, die KFZ-Kennzeichenscanner sowie die Laborgeräte für die Qualitätsprüfung. „Die besondere Herausforderung bestand darin, die bestehenden Prozesse aufzunehmen, zu optimieren und in unserem System abzubilden“, berichtet Julian Lother, Teamlead Yard Management der Flexus AG.

Die an jeder einzelnen Station installierten Bedien-Terminals verfügen nun über einheitliche Eingabemasken mit intuitiven Fiori-Oberflächen von Flexus, die von den Fahrern einfach bedient werden können. Die externen Geräte werden durch FlexYard getriggert, wobei eine Middleware die Befehle aus der „SAP-Sprache“ in die Sprache der externen Geräte übersetzt. Sobald die Aktion durchgeführt wurde, fließen die Daten zurück zu FlexYard und damit in das SAP-System.

Legitimation per Durchlauf-Ticket

Der digitale Prozess beginnt bereits bei der Einfahrt auf das jeweilige Betriebsgelände. Der Fahrer steuert das auf Cockpit-Höhe angebrachte Bedienterminal der LKW-Waage an und registriert sich, während das Kennzeichen gescannt und das Fahrzeuggewicht ermittelt wird. Die erfassten Daten werden automatisch mit den SAP-Auftragsdaten abgeglichen. Wenn alles passt, erstellt ein im Terminal integrierter Drucker ein Durchlauf-Ticket, mit dem sich der Fahrer an den folgenden Stationen legitimieren kann.

Gleichzeitig öffnet sich die Schranke und der LKW rollt vor die ihm zugewiesene Spur der Abtank- und Reinigungshalle. Dort muss der Fahrer zunächst eine Probe der geladenen Milch ziehen, die anschließend sofort analysiert und auf Hemmstoffe untersucht wird. Nach positivem Qualitäts-Check beginnt der Fahrer das Abtanken, wobei auch dieser Prozess an einem Terminal mit Fiori-Oberflächen gesteuert und dokumentiert wird.

Integrierte Prozesse statt Rohrpost

Danach erfolgt – je nach Tourenplanung – die Tankreinigung, die natürlich ebenfalls per Flexus-Dialog gestartet wird. „Hier hatten wir eine optimale Prozessintegration, so dass seit der Umsetzung von Flexus die Reinigungszertifikate nach einer erfolgreichen Reinigung direkt von den Fahrern abgerufen werden können und nicht mehr über einen Mitarbeiter des Leitstandes ausgedruckt oder per Rohrpost im Haus verschickt werden müssen“, erklärt Markus Diepold.
Die letzte Station markiert schließlich die LKW-Waage am Ausgangstor, mit der die abgepumpte Menge auf Plausibilität geprüft wird. Als finalen Schritt kann der Pförtner nun anhand des Durchlauf-Tickets vom Fahrer den Wiegeschein ausdrucken. Während die meisten Anlieferungen bei Zott nach diesem Schema ablaufen, gibt es auch Sonderfälle wie zum Beispiel das ebenfalls in FlexYard integrierte Entladen von Zucker und anderen granularen Rohstoffen. Diese werden im Außenbereich direkt aus dem Fahrzeug in große Silos gepumpt.

Single Source of Truth

Fazit: Insgesamt hat sich die FlexYard-Lösung bei Zott bereits bei über 50.000 LKW-Abfertigungen bewährt. „Das System läuft mit geringem Support-Aufwand und ist leicht bedienbar. Bei wiederkehrenden Fahrern und Fahrerinnen stellt sich schnell ein routinierter Umgang ein“, sagt Christian Ries von der Zott-IT, der die Einführung von FlexYard als Anwendungsentwickler und Teilprojektleiter mitverantwortet hat. Sämtliche Prozesse sind völlig transparent und die zugehörigen Daten stammen jetzt aus einer einzigen verlässliche Informationsquelle (Single Source of Truth). Bei Bedarf kann Zott jederzeit in die Abläufe eingreifen und nachträgliche Analysen starten.

Doch nicht nur mit den Ergebnissen, auch mit dem Projektverlauf und der Inbetriebnahme ist man bei Zott sehr zufrieden. „Bei der Integration des Systems in unsere Systemlandschaft waren an dem Tag der Umsetzung zwei Kollegen von Flexus mit Fachkompetenz und Erfahrung an unserer Seite, die einen störungsfreien und einfachen Ablauf gewährleistet haben“, hebt Markus Diepold hervor. Vor diesem Hintergrund blickt der Milchlogistik-Spezialist optimistisch auf die geplanten Erweiterungen. So soll demnächst auch noch das Transportmanagement in das Yard Management integriert werden, um frühzeitig auf die LKW- und Fahrerdaten sowie die geplanten Ankunftszeiten zugreifen zu können.

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Erleben Sie im Video, wie Zott mit FlexYard und SAP S/4HANA alle LKW-Prozesse an drei Standorten lückenlos digitalisiert.

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Aiken Marino

Yard Management / Transportleitsystem FlexGuide4
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