SAP EWM bei Talke: Effiziente Lagerprozesse nach dem Lego-Prinzip

Die Talke-Gruppe hat mit SAP EWM und den mobilen Apps von Flexus die Lagerprozesse vereinfacht und zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Die Abläufe sind jetzt optimiert, zentral gesteuert, papierlos und transparent. Nach dem Pilotprojekt in Hürth und dem erfolgten Roll-Out in Malaysia sollen die Berater von Flexus noch weitere Standorte auf SAP EWM umstellen.

Schritt für Schritt oder mit großem Big Bang?

Die Talke-Gruppe hat diese Frage für das Einführen einer neuen Warehousemanagement-Lösung klar für sich beantwortet: Der führende Logistikdienstleister für die chemische und die petrochemische Industrie wird SAP EWM und die FlexMobile Fiori Apps gemeinsam mit der Flexus AG in mehreren Stufen an vielen deutschen und internationalen Niederlassungen implementieren.

TALKE ist einer der weltweit führenden Anbieter von Logistiklösungen für die Welt der Chemie. Über die Hälfte der Top 50 Chemiekonzerne weltweit vertraut bereits auf die Leistungen des 1947 gegründeten Familienunternehmens. TALKE vereint 4.600 Menschen auf drei Kontinenten unter seinem Dach. Mit Pioniergeist, Expertise und Leidenschaft machen sie Chemielogistik jeden Tag zu einem Erfolgsfaktor. Verantwortung und Sicherheit sind dabei wesentliche Treiber: TALKE denkt und handelt in Generationen – für eine bessere Gesellschaft, für eine nachhaltige Umwelt sowie gesunde und zufriedene Mitarbeiter.
Heutige Kernkompetenzen sind Transport, Verpackung, Lagerung und Umschlag gefährlicher und harmloser Stoffe aller Aggregatzustände. Zudem berät, gestaltet und implementiert TALKE rund um logistische Prozesse, Gebäude und Anlagen. Digitale Services komplettieren das Portfolio maßgeschneiderter Kundenlösungen. All diese Kompetenzen aus einer Hand entlang der kompletten Supply-Chain anzubieten, ist ein Alleinstellungsmerkmal von TALKE und wesentlicher Kundennutzen.
Weitere Infos unter www.talke.com

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Neben der Wareneingangs-App setzt TALKE zudem auf weitere FlexMobile Fiori Apps, um tägliche Prozesse einfacher, sicherer und effizienter zu gestalten. Gleichzeitig profitieren die Mitarbeiter*innen von klaren Strukturen und einem spürbar reduzierten Aufwand. Darüber hinaus sorgt die nahtlose Integration in SAP EWM für mehr Transparenz und Zuverlässigkeit im gesamten Prozess.

Den Anfang machte der Standort „MP21“ in Hürth bei Köln. „An diesem vergleichbar kleinen Standort mit 7.500 Palettenstellplätzen auf 6.000 Quadratmetern bedienen wir sehr anspruchsvolle Kunden, für die wir einen Großteil der möglichen Prozesse umsetzen und digital abbilden müssen“, erklärt Anja Pfister, die bei Talke als Teamleiterin IT im Bereich Logistics und Purchasing arbeitet. „Mit der im April 2023 abgeschlossenen Implementierung hatten wir zugleich eine gute Basis für alle folgenden Standorte“, ergänzt Operations-Manager Harald Malzy.

Mitarbeiter spürbar entlastet

Vor dem Projektstart hatten Pfister und Malzy bereits gute Erfahrungen mit SAP und Flexus gemacht, denn beide Anbieter gehören schon lange zu den Software-Lieferanten und Beratern der Talke-Gruppe.
Seit 2015 wird hier der EWM-Vorgänger SAP WM von den mobilen Apps der Flexus AG ergänzt. „Damals dienten die Apps in erster Linie zum mobilen Buchen der Warenbewegungen“, erinnert sich Malzy. Die papierbasierte Steuerung der Prozesse lag aber noch weitgehend in den Händen der Mitarbeiter. Mit der Einführung von SAP EWM und den FlexMobile Fiori Apps von Flexus sollte sich dies ändern. „Wir wollten papierlose und transparente Prozesse, die wir optimal steuern können und unsere Mitarbeiter spürbar entlasten“, fasst Pfister zusammen.Flexus übernahm nicht nur das Einführen der Fiori Apps, sondern auch das Implementieren und Anpassen von SAP EWM.

Der Würzburger SAP Partner bildete dafür die gesamte Lager-Topologie von Talke in SAP EWM ab, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Gefahrstoffen lag. Die genauen Standorte der Sprinkleranlagen wurde dabei genauso berücksichtigt wie die diversen Zusammenlagerverbote. „Auch das Behandeln von Zollsendungen war Teil des Customizings, das Flexus gemeinsam mit uns vorgenommen hat“, erinnert sich Pfister. Die Konzepte waren zuvor in mehreren Workshops erarbeitet und von Flexus umgesetzt worden.

Weniger aufwändig als die Umstellung auf SAP EWM war das Implementieren der Apps. Die modular aufgebauten Fiori Apps von Flexus haben die Anforderungen von Talke von Anfang an erfüllt. „Wir haben unsere mobile Lösung aus den vorhandenen Fiori Apps wie bei einem Legobaukasten zusammengestellt“, erklärt Pfister, die noch einen weiteren Vorteil hervorhebt:
„Wir konnten viele Funktionen der Standard-Apps bei uns direkt einsetzen und so den individuellen Programmieraufwand reduzieren. Auch Probleme bei künftigen Systemupdates werden so vorausschauend reduziert.“

Schrittweise durch den Prozess geführt

Bei Talke kommen FlexMobile Fiori Apps für den Wareneingang, das Ein- und Umlagern, Kommissionieren und Auslagern sowie die Verladekontrolle und Inventur zum Einsatz. Das responsive Design ermöglicht den Einsatz auf verschiedensten Geräten.
Talke entschied sich für 15 mobile Computer vom Typ Honeywell Dolphin CT60. Deren integrierter NFC-Reader (Near Field Communication) ermöglicht ein schnelles und einfaches Login-Verfahren. Hinzu kommen 3 fest montierte Samsung Tablets für die Schmalgangstapler. Auf einem Startbildschirm können die Mitarbeiter die jeweils benötigte App in Form einer Kachel aktivieren und sich schrittweise durch den Prozess führen lassen. Die für den Wareneingang konzipierte App dient der Sendungserfassung per Barcode-Scannung.

Die so ermittelten Daten werden sofort in SAP gebucht. Falls die Ware besonders behandelt werden muss, erscheint ein entsprechender Hinweis auf dem Display des Handhelds. Zusätzlich wird dem Mitarbeiter ein Lagerbereich vorgeschlagen, der den in SAP hinterlegten Restriktionen entspricht. Schließlich handelt es sich bei Talke in der Regel um Gefahrstoffe, für das besondere Regeln gelten. „Nicht jede Ware darf in allen Lagerbereichen gelagert werden. Außerdem bestehen Zusammenlagerverbote, die streng einzuhalten sind“, erläutert Malzy.

Gesetzliche Anforderungen erfüllt

Für das Einlagern im 8-gassigen Hochregallager gibt es eine weitere App, was der Arbeitsorganisation bei Talke sehr entgegen kommt. „Wir arbeiten hier nicht mehr auftragsbezogen sondern aufgabenbezogen, was durch die verschiedenen Apps unterstützt wird“, so Pfister. Auch für das Einlagern wird zunächst die Palette gescannt und anschließend per Schmalgangstapler zum vorgeschlagenen Lagerplatz befördert. Am Zielort wird der Barcode des Lagerfachs gescannt und der Vorgang abgeschlossen.
„Wir wissen immer, welche Mengen aller Artikel wir im Lager haben, wo sich die Ware gerade befindet und von welchem Mitarbeiter sie zu welcher Zeit bewegt wurde“, stellt Malzy fest, der damit wichtige gesetzliche Anforderungen an Gefahrstofflager und den Schutz der eigenen Mitarbeiter erfüllt.
Auf dieser Basis werden jeden Morgen beim Pförtner automatisch die täglichen Feuerwehrlisten erstellt. Damit sind im Brandfall – auch ohne System und Strom – alle Gefahrstoffinformationen sofort verfügbar.

Neben der Sicherheit profitierte bei Talke auch die Effizienz: Mit SAP EWM können die verschiedensten Paletten-Typen und -Formate optimal auf die Regalfächer verteilt und verwaltet werden. Die Bandbreite reicht von Düsseldorfer über EURO bis hin zu Einweg- oder Chemiepaletten (CP). Konnte jedes Regalfach bislang nur mit zwei Ladungsträgern bestückt werden, so sind jetzt je nach Größe bis zu drei Paletten pro Fach möglich. „Dadurch hat sich unsere Lagerkapazität um rund 10 Prozent erhöht“, so Malzy.

Fakturieren beschleunigt

Speziell für Talke entwickelt hat Flexus eine App für den auftragsbezogenen Tätigkeitsnachweis. Dieser wird verwendet, um bei jedem Auftrag die kostenpflichtigen Zusatzleistungen zu erfassen und abzurechnen. Die Tätigkeiten sind mit kundenindividuellen Konditionen verknüpft. „Früher ging das über Papier und musste aufwändig manuell durch einen Sachbearbeiter im Auftrag konditioniert werden“, berichtet Pfister.
Wesentlich beschleunigt wurde auch die Lagergeldabrechnung. Lagergeld ist der Betrag, der den Kunden monatlich für das Lagern von Waren berechnet wird – in Abhängigkeit der Anzahl der Paletten und der Lagerdauer. Je nach Vereinbarung mit dem Kunden findet die Abrechnung je Gebinde, je Tonne oder je belegten Quadratmeter statt und muss für jeden Tag des Monats korrekt berechnet werden. Die Entscheidung, das Wissen der veralteten inperfomanten Lösung in eine Neuprogrammierung zu übersetzen, zahlte sich aus. Damit lassen sich die unzähligen Tarife und kundenindividuellen Sondervereinbarungen schneller verarbeiten. Dauerte ein Rechnungslauf für einzelne Kunden früher eine ganze Nacht, so nimmt dieser jetzt nur noch zehn Minuten in Anspruch.

Ladungssicherung nachgewiesen

Eine deutliche Zeitersparnis bringt auch die integrierte Fotofunktion der FlexMobile Fiori Apps von Flexus. Damit dokumentieren die Lageristen den Zustand der Sendungen im Warenein- und Warenausgang. Die App „Verladekontrolle“ gibt dem Mitarbeiter zum Beispiel vor, die Ware zunächst im Lager und schließlich auf der Ladefläche des LKWs zu fotografieren. Ein Foto des Nummernschilds rundet den Prozess ab, mit dem im Nachhinein die korrekte Sendungsübergabe und die Ladungssicherung nachgewiesen werden kann. Die Fotofunktion wird direkt in der jeweiligen App aktiviert. „Die Fotofunktion bringt uns enorme Zeitvorteile, denn jetzt werden die Fotos automatisch dem jeweiligen Auftrag zugeordnet und dort abgespeichert“, erklärt Malzy.

Früher wurden die Bilder mit einer Digitalkamera erstellt und später manuell zugeordnet. Die kundenbezogene Stichtags-Inventur ist ein weiterer Prozess, der mit den Fiori Apps digitalisiert wurde. Dabei werden die in SAP EWM erzeugten Zähllisten an die Handhelds übertragen und von den Mitarbeitern Position für Position abgearbeitet. Bevor der eigentliche Zählvorgang starten kann, wird der Barcode am entsprechenden Lagerfach gescannt. Stimmen Lagerfach und Zählauftrag überein, kann die Arbeit beginnen. Die Zählmengen werden anschließend wieder an SAP EWM übertragen und mit den Buchbeständen abgeglichen.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die Mitarbeiter von Talke haben die neue Lösung und die veränderten Prozesse schnell akzeptiert. „Wir haben unser Team von Anfang an in das Projekt einbezogen. Jetzt ist jeder froh und stolz, mit papierlosen Prozessen in einem modernen Unternehmen zu arbeiten“, beschreibt Malzy, der das Kooperieren mit Flexus und der eigenen IT-Abteilung in sehr guter Erinnerung hat.
„Die Zusammenarbeit im Projekt-Team lief auf Augenhöhe und war sehr effizient. Vor diesem Hintergrund sehen wir den nun folgenden Implementierungen gelassen entgegen“, betont Pfister. Kein Wunder, dass inzwischen auch schon die neue Niederlassung in Malaysia mit FlexMobile Fiori Apps und SAP EWM ausgestattet wurde. Viele weitere Standorte werden folgen.

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Tobias Heubeck

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