Warum Sie auf SAP Fiori als Standard-UX setzen sollten

Flexus Redaktion

7. April 2026

„SAP ist mächtig, aber intuitiv ist etwas anderes.“
Diesen Satz können bestimmt viele unserer Leser gut nachvollziehen. Fachlich ist das SAP-System stabil, performant und über Jahre gewachsen und weiterentwickelt worden. Doch die User Experience? Komplex, transaktionsgetrieben, wenig intuitiv. Neue Mitarbeitende brauchen lange Einarbeitungszeiten, mobile Nutzung ist kaum möglich und Innovation fühlt sich sperrig an.

Genau hier setzt SAP Fiori an – nicht als „schönere Oberfläche“, sondern als strategischer Baustein für Ihre Modernisierung.

Warum das Thema gerade jetzt relevant ist

Mit SAP S/4HANA hat sich nicht nur die Datenbanktechnologie verändert – auch das Bedienkonzept wurde neu gedacht. SAP Fiori ist dabei kein Add-on, sondern der strategische UX-Standard von SAP.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen:

  • Mitarbeitende erwarten eine Bedienung wie aus Apps, die sie im Alltag bereits begleiten.
  • Führungskräfte möchten Kennzahlen mobil verfügbar haben.
  • Unternehmen wollen Prozesse vereinfachen und digitalisieren – nicht nur migrieren.
  • Fachbereiche fordern schnell anpassbare Oberflächen statt starrer Transaktionen.

Wer heute modernisiert – sei es im Rahmen einer S/4HANA-Transformation oder bei Innovationen auf der SAP BTP – kommt an Fiori nicht vorbei.

Was macht SAP Fiori anders?

SAP Fiori basiert auf einem klaren Prinzip: Es sollen Anwendungen geschaffen werden, die rollenbasiert und aufgabenorientiert sind und die klassischentransaktionszentrierten Masken ablösen.

Rollen statt Transaktionen

Im klassischen SAP GUI wird in sogenannten T-Codes gedacht. Oft gibt es eine Transaktion zum Anlegen, eine zum Anzeigen und eine zum Ändern von Objekten. Diese sind über bestimmte Transaktionscodes oder die große SAP-Menü-Hierarchie aufrufbar. Während ein eingefleischter SAP-Arbeiter seine Standard-Transaktionen im Schlaf aufsagen kann, ist ein Neueinsteiger hier eher überfordert. In Fiori hingegen wird in Rollen gedacht und nur das angezeigt, was man auch wirklich für seine Rolle benötigt.

Ein Lagerleitstand sieht z. B.:

  • Überfällige Kommissionierungen
  • Wareneingänge heute
  • Warenausgänge heute
  • Bestandsabweichungen
  • Auslastung von Lagerbereichen
  • Ressourcenstatus (Mitarbeiter, Stapler etc.)

Ein Arbeiter im Lager hingegen:

  • Handling Units erfassen
  • Lageraufträge ausführen
  • Fehlmengen melden
  • Inventur zählen

Das System passt sich der Rolle an – nicht umgekehrt.

Intuitives Design mit klarer UX-Strategie

Fiori basiert auf den SAP Fiori Design Guidelines. Diese wurden von User Experience Experten entwickelt und sorgen dafür, dass Oberflächen klar und reduziert sind und sich auf die Kernaufgaben fokussieren, die in einem gewissen Schritt getan werden müssen. Wie oft haben Sie schon nach dem richtigen Button in der SAP GUI gesucht?  Bestimmt nicht nur einmal! Außerdem werden in den SAP Fiori Design Guidelines bestimmte Regeln festgelegt, damit anwendungsübergreifend ein konsistenter Look & Feel erreicht wird.

Mobile Nutzung als Standard, nicht als Zusatz

Für unsere Kunden ist aber auch eines besonders wichtig: Responsive Design. Denn gerade im Lager muss man flexibel und mobil sein und möglichst die Hände frei haben. Es ist also grundlegend, dass Anwendungen auf mobilen Endgeräten, Scannern oder Tablets bedient werden können. Während SAP mit dem RFUI bereits mobiles Arbeiten ermöglichte, sind Fiori-Apps von Haus aus responsive und passen sich ohne große Probleme an das Endgerät an.

Durch die verbesserte mobile Nutzung kann papierbasiertes Arbeiten um einiges reduziert, wenn sogar komplett eliminiert werden.

Fiori als Enabler für Modernisierung

Viele Unternehmen sehen Fiori zunächst als „neue Oberfläche“. Technisch ist es jedoch deutlich mehr.

Einstieg in eine serviceorientierte Architektur

Fiori basiert auf OData-Services, CDS-Views undklar definierten Schnittstellen (APIs). Das bedeutet, dass Unternehmen, die Fiori einführen, automatisch in eine moderne, saubere Backend-Architektur investieren. Diese Investition zahlt sich später z. B. bei Integrationen mit Non-SAP-Systemen, Erweiterungen über die SAP BTP oder Side-by-Side-Entwicklungen mit CAP aus.

Clean Core Strategie unterstützen

Ein häufiges Ziel in S/4HANA-Projekten ist der Clean Core. Statt Modifikationen im Backend zu bauen, werden Erweiterungen als Fiori-App, über Erweiterungspunkte oder über die SAP BTP realisiert. Das reduziert Upgrade-Risiken erheblich – ein entscheidender Vorteil für langfristige Wartbarkeit.

Typische Fehler aus Projekten

In der Praxis gibt es immer wieder ähnliche Stolpersteine:

  • „Wir migrieren erst – Fiori machen wir später.“ Das führt oft zu doppeltem Aufwand.
    Prozesse werden 1:1 übernommen – inklusive Altlasten – und später nochmals neu gedacht. Besser ist es, Fiori frühzeitig in die Prozessanalyse integrieren.
  •  „Fiori ist nur ein UI-Thema.“ Das stimmt nicht ganz. Fiori beeinflusst Rollen- und Berechtigungskonzepte. Außerdem steuert es auch Entscheidungen über Datenmodelle, Architektur und API-Strategien. Wer Fiori strategisch betrachtet, gewinnt deutlich mehr als nur ein neues Layout.

SAP liefert inzwischen tausende Standard-Fiori-Apps. Viele Anforderungen werden durch diese bereits abgedeckt. Ganz ohne gezielte Erweiterungen geht es oft nicht. Wo der Standard an seine Grenzen stößt, stehen wir von Flexus Ihnen gerne mit unseren eigens entwickelten Fiori Apps für SAP EWM, WM, PP und mehr zur Seite.

Konkreter Mehrwert für Ihr Unternehmen

Wenn Fiori richtig eingeführt wird, profitieren Sie von:

  • ✅ Höherer Nutzerakzeptanz
  • ✅ Geringerem Schulungsaufwand
  • ✅ Schnelleren Prozessen
  • ✅ Besserer Datenqualität
  • ✅ Zukunftssicherer Architektur
  • ✅ Unterstützung der Clean-Core-Strategie
  • ✅ Mobilem Zugriff auf Kernprozesse

Und nicht zuletzt:
Sie schaffen eine UX, die Ihre Mitarbeitenden nicht ausbremst, sondern unterstützt.

Flexus-Fiori-Apps

Aber Achtung: Nur, weil Fiori responsive und modern ist, heißt das nicht, dass direkt jede App auch korrekt und entsprechend entwickelt wurde. Viele der SAP EWM Standard Apps wurden aus der SAP GUI übernommen und sehen daher im Fiori sehr ähnlich, wenn nicht sogar gleich aus (je nachdem, welche Themes genutzt werden). Auf Scannern können sie daher leider trotzdem nicht verwendet werden und die Benutzerfreundlichkeit bleibt gleich.

Folgend als Beispiel die Funktion, eine HU-LB anzulegen im Standard über die Transaktion /SCWM/ADHU und die dazugehörige App im Fiori „Lageraufgaben anlegen – Handling Units“. In diesem Beispiel weichen die beiden Oberflächen durch z. B. das Dark-Theme ab, aber wer genauer hinsieht, findet dieselben Grundfunktionen und denselben Aufbau.

HU-LB anlegen über Fiori-App "Lageraufgaben anlegen - Handling Units"

Greift man mit dem mobilen Endgerät (Größe wie Handy / Scanner) darauf zu, ist die App auch nicht responsive und kann hier nicht geöffnet werden. Die dann zugänglichen Apps sind stark reduziert. Das ergibt auch Sinn, denn die Transaktionen / Apps sollen auch weiterhin ihren Umfang behalten, sodass jegliche Funktionen ausgeführt werden können. Was dem Fiori Standard jedoch fehlt, sind responsive Apps für die Ausführenden im Lager mit mobilen Endgeräten. Dies läuft trotz Fiori weiterhin im RFUI ab.

An genau dieser Stelle jedoch knüpfen wir mit unseren EWM Flexus Apps an – und bringen alle Versprechungen des SAP Fiori auch auf die kleinen mobilen Endgeräte und damit an jeden Mitarbeitenden im Lager.  Der Funktionsumfang jeder App ist genau auf die Kundenwünsche zugeschnitten, sodass die Anwendung übersichtlich bleibt. Hier als Beispiel unsere App „HU umlagern“, welche analog der ADHU funktioniert. Mit dieser kann der Mitarbeiter eine HU ganz einfach selbst im Lager umlagern, indem er Schritt für Schritt durch die nötigen Angaben geführt wird. Jede App ist von uns individuell an den Kunden anpassbar: Sie haben keine Serialnummern? Dann entfernen wir den zugehörigen Validierungsschritt einfach! Sie möchten jedoch mit geschachtelten HUs arbeiten? Dann lassen wir diese Funktion für Sie in der App bestehen. Sie möchten dem Mitarbeiter gewisse Informationen an speziellen Schritten zukommen lassen? Machen wir! Und das Beste: Unsere Apps setzen direkt auf dem SAP EWM Standard auf. Wir haben hier keine problematischen Z-Entwicklungen, sondern nutzen die Standard-Funktionen für höchste Prozess- und Zukunftssicherheit.

Screenshot Flexus App "HU umlagern"

Für mehr Informationen zu unseren EWM Apps lesen Sie auf unserer Webseite nach.

Fazit: Fiori ist keine Option – sondern der Standard

SAP Fiori ist mehr als eine neue Oberfläche. Es ist der strategische UX-Standard von SAP und ein zentraler Baustein jeder Modernisierung.

Wer heute in S/4HANA, BTP oder Prozessdigitalisierung investiert, sollte Fiori nicht als „Nice-to-have“, sondern als Fundament verstehen.

Denn am Ende entscheidet nicht nur, was Ihr System kann, sondern wie gut Ihre Mitarbeitenden damit arbeiten können. Alles in allem werden durch SAP Fiori nicht nur Schulungsaufwand und Fehlerquoten reduziert – ein Aspekt, der in Projekten häufig unterschätzt wird – sondern schöne bedienbare Oberflächen steigern auch enorm die Akzeptanz und Freude an der Arbeit.

Um Fiori und die intuitiven und responsiven Möglichkeiten auch zu wirklich jedem Lagermitarbeiter zu bringen, sollten Sie unsere auf dem SAP EWM Standard aufsetzenden Fiori-Apps genauer ansehen – einfache geführte Prozesse, individuell anpassbar auf Anforderungen und auf jedem Endgerät zu nutzen!

Stehen Sie vor einer S/4HANA-Transformation oder möchten Ihre SAP-Landschaft modernisieren?
Gerne zeigen wir Ihnen anhand Ihrer Prozesse, wie SAP Fiori echten Mehrwert schaffen kann – pragmatisch, sauber integriert und zukunftssicher. Sprechen Sie uns an.