SAP LGM verbindet Lager und Transport in einer gemeinsamen Cloud-Architektur. Erste Erkenntnisse zeigen: Entscheidend ist nicht die Ablösung bestehender Lösungen, sondern die Frage, welche Rolle die Plattform in einer zukünftigen SAP-Logistiklandschaft einnehmen kann.
Unsere Erfahrungen mit SAP Logistics Management (LGM) zeigen: Die Lösung ist breiter aufgestellt, als es der erste Blick vermuten lässt. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Weiterentwicklung einzelner Lagerprozesse, sondern ein Ansatz, der Lager- und Transportprozesse in einer gemeinsamen Cloud-Plattform zusammenführt.
Je intensiver wir uns mit SAP LGM beschäftigt haben, desto klarer wurde, dass die Lösung nicht isoliert betrachtet werden sollte. Die Diskussion verschiebt sich von einzelnen Funktionen hin zu End-to-End-Prozessen, Integrationen und der Frage, wie Unternehmen ihre zukünftige Logistikarchitektur gestalten möchten.
Genau diese Perspektive macht SAP LGM für uns so spannend.
SAP LGM: Ein neuer Ansatz für moderne Logistikarchitekturen
SAP LGM ist eine cloud-native Logistikplattform, die Lager- und Transportprozesse in einer gemeinsamen Lösung auf Basis der SAP Business Technology Platform (BTP) vereint.
Der entscheidende Punkt ist aus unserer Sicht nicht nur der Funktionsumfang der Lösung, sondern der Architekturansatz dahinter. SAP LGM verbindet verschiedene Bereiche der Logistik und schafft damit eine gemeinsame Plattform für Prozesse, die bisher häufig durch unterschiedliche Lösungen abgebildet wurden.
Dadurch verändert sich auch die Betrachtung moderner Logistiksysteme. Die zentrale Frage lautet nicht nur, welche Funktionen eine Lösung bietet, sondern welche Rolle sie innerhalb einer zukünftigen Systemlandschaft übernehmen kann.
SAP LGM, SAP EWM und SAP TM: Die passende Lösung für den jeweiligen Anwendungsfall
Wichtig bei der Bewertung von SAP LGM ist die Abgrenzung zu bestehenden Lösungen wie SAP EWM und SAP TM.
Die Grenzen zwischen den Lösungen sind heute fließender als früher. SAP LGM verbindet Lager- und Transportprozesse und ist damit breiter aufgestellt, als viele zunächst erwarten.
Trotzdem sehen wir SAP LGM nicht als Ersatz für SAP EWM oder SAP TM, sondern als Ergänzung des SAP-Portfolios.
SAP EWM bleibt weiterhin die Lösung für hochkomplexe Lagerprozesse, umfangreiche Automatisierung und sehr spezifische Warehouse-Anforderungen. SAP TM bleibt die Speziallösung für anspruchsvolle Transportplanung, Frachtenmanagement und komplexe Logistiknetzwerke.
Besonders interessant ist deshalb der Ansatz, die jeweils passende Lösung pro Standort einzusetzen.
Ein hochautomatisiertes Zentrallager kann weiterhin auf SAP EWM betrieben werden, während kleinere oder weniger komplexe Lager möglicherweise mit SAP LGM abgebildet werden können.
Dadurch entsteht eine flexiblere Zielarchitektur, bei der nicht jeder Standort dieselbe Funktionstiefe benötigt.
Für welche Unternehmen kann SAP LGM interessant sein?
Besonders interessant erscheint SAP LGM für Unternehmen mit einer klaren SAP-Cloud-Strategie, die ihre Logistik modernisieren und stärker standardisieren möchten.
Ein möglicher Anwendungsfall sind Unternehmen mit mehreren Lagerstandorten unterschiedlicher Komplexität. Nicht jedes Lager benötigt dieselben Funktionen. Genau hier kann SAP LGM eine attraktive Option sein, um kleinere oder mittlere Standorte standardisiert und kosteneffizient abzubilden, während hochkomplexe Logistikzentren weiterhin auf SAP EWM setzen.
Darüber hinaus ist SAP LGM interessant für Unternehmen, die bestehende Lösungen und Eigenentwicklungen weiterhin nutzen möchten.
Durch APIs und Integrationsschnittstellen können externe Anwendungen angebunden und sinnvoll in die Gesamtarchitektur integriert werden.
Für uns als Flexus eröffnet dieser Ansatz interessante Möglichkeiten. So können beispielsweise Lösungen wie unser Flottenmanager FlexGuide4 perspektivisch in eine moderne SAP-Cloud-Landschaft integriert werden, um zusätzliche mobile Prozesse, Benutzerführung oder kundenindividuelle Anforderungen abzudecken.
Bei hochautomatisierten Logistikzentren, sehr individuellen Lagerstrategien oder komplexen globalen Transportnetzwerken sollte weiterhin genau geprüft werden, ob SAP EWM oder SAP TM die passendere Wahl darstellen.
Reifegrad von SAP LGM: Einsatz möglich, aber genaue Bewertung entscheidend
SAP LGM ist eine vergleichsweise junge Lösung, die sich noch weiterentwickeln wird.
Unser Eindruck ist, dass SAP LGM für geeignete Szenarien bereits produktiv eingesetzt werden kann. Entscheidend ist dabei weniger der Reifegrad einer Lösung, sondern die generelle Frage, ob der vorhandene Funktionsumfang zu den tatsächlichen Anforderungen eines Unternehmens passt.
Gerade bei einer neuen Plattform ist deshalb eine realistische Bewertung des eigenen Szenarios entscheidend.
SAP LGM und SAP BTP: Die Architektur rückt stärker in den Mittelpunkt
Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen SAP-Lösungen zeigt sich durch den Cloud-native-Ansatz von SAP LGM.
SAP LGM basiert nicht nur auf einer einzelnen Anwendung, sondern nutzt verschiedene Services der SAP Business Technology Platform. Dazu gehören beispielsweise die Integration Suite für die Anbindung von Backend-Systemen, der Cloud Connector für die sichere Verbindung zu On-Premise-Landschaften, IAS für Identitäts- und Berechtigungskonzepte sowie Mobile Services für mobile Anwendungen.
Darüber hinaus können weitere BTP-Services genutzt werden, beispielsweise für Dokumente oder Druckausgabe. Auch eine Integration von Joule für KI-Unterstützung ist möglich.
Für Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit der SAP BTP gesammelt haben, bietet dieser Ansatz klare Vorteile. Bestehendes Wissen und vorhandene Strukturen können genutzt werden, um SAP LGM in die bestehende Cloud-Landschaft zu integrieren.
Für Unternehmen, die bisher hauptsächlich klassische ERP-Systeme betrieben haben, bedeutet der Einstieg gleichzeitig eine Veränderung der technischen Anforderungen. Themen wie Cloud Identity Management, BTP-Betrieb, Service-Orchestrierung und Integration gewinnen stärker an Bedeutung.
Gerade diese Verbindung verschiedener Technologien und Services macht deutlich: SAP LGM sollte nicht isoliert als einzelne Anwendung betrachtet werden, sondern als Bestandteil einer modernen SAP-Architektur.
Wo die eigentliche Komplexität entsteht
Eine zentrale Erkenntnis aus unserer Beschäftigung mit SAP LGM ist, dass die Herausforderung nicht ausschließlich innerhalb der Anwendung liegt.
ERP-System, SAP Business Technology Platform, Integration Suite, Cloud Connector, Berechtigungen sowie Lager- und Transportprozesse greifen ineinander.
Die eigentliche Komplexität entsteht nicht in den einzelnen Komponenten, sondern in ihrem Zusammenspiel. Genau diese Schnittstellen zwischen den verschiedenen Systembestandteilen sind aus unserer Sicht besonders relevant.
Gerade bei einer Plattform, die unterschiedliche SAP-Services verbindet, ist die Betrachtung der Gesamtarchitektur ein entscheidender Faktor.
Unternehmen profitieren deshalb davon, SAP LGM nicht ausschließlich aus Sicht einzelner Funktionen zu bewerten, sondern die Auswirkungen auf die gesamte Systemlandschaft zu betrachten.
KI und Automatisierung: Potenzial vorhanden, aber nicht der Ausgangspunkt
SAP positioniert KI und Automatisierung als wichtige Bestandteile moderner Cloud-Lösungen.
Die Richtung ist spannend. Aus unserer Sicht liegen die größten Mehrwerte bei SAP LGM aktuell jedoch vor allem in der Architektur, der Integration und den durchgängigen Prozessen.
KI wird zweifellos weiter an Bedeutung gewinnen. Entscheidend wird jedoch sein, wie diese Funktionen in reale Geschäftsprozesse integriert werden und welchen konkreten Nutzen sie im operativen Alltag schaffen.
Bei SAP LGM wird besonders deutlich, dass Automatisierung und intelligente Funktionen eng mit der zugrunde liegenden Architektur und den integrierten Prozessen verbunden sind.
Erkenntnisse aus der Bewertung von SAP LGM
Eine wichtige Erkenntnis aus unserer bisherigen Beschäftigung mit SAP LGM ist, dass der Cloud-Ansatz viele neue Möglichkeiten eröffnet.
Gleichzeitig bleibt die Frage entscheidend, welche Anforderungen Unternehmen tatsächlich haben und welche Lösung für welches Szenario geeignet ist.
Der Ansatz sollte deshalb nicht sein, eine neue Technologie möglichst schnell einzusetzen. Vielmehr geht es darum, konkrete Anwendungsfälle zu bewerten und herauszufinden, wo SAP LGM innerhalb der eigenen Logistikarchitektur sinnvoll eingesetzt werden kann.
Aus unserer Sicht sollte dabei zunächst der vorgesehene Standardumfang von SAP LGM betrachtet werden, bevor individuelle Sonderlösungen entwickelt werden.
Ein schrittweises Vorgehen kann helfen, Erfahrungen zu sammeln und die Eignung der Lösung für die eigenen Prozesse zu bewerten.
Ein realistischer Blick auf die Weiterentwicklung von SAP LGM
Wir erwarten, dass SAP den Funktionsumfang von SAP LGM in den kommenden Jahren weiter ausbauen wird.
Besonders spannend wird sein, wie sich die Verbindung von Lager, Transport, Automatisierung und KI weiterentwickelt und welche zusätzlichen Standardfunktionen SAP bereitstellt.
Die strategische Richtung ist aus unserer Sicht nachvollziehbar: SAP positioniert LGM als wichtigen Baustein moderner Cloud-Logistikprozesse.
Entscheidend wird jedoch sein, wie sich die Lösung in weiteren realen Anwendungsszenarien etabliert und wie schnell sich der Funktionsumfang weiterentwickelt.
Unsere Empfehlung: Jetzt beschäftigen, aber gezielt bewerten
Unser Rat an Unternehmen lautet: sich aktiv mit SAP LGM beschäftigen.
Nicht jedes Unternehmen sollte aber sofort produktiv starten. Wer sich aktuell mit Cloud-Strategien, S/4HANA-Transformation oder der Modernisierung der eigenen Logistik beschäftigt, sollte die Lösung jedoch genauer betrachten.
Gerade bei Unternehmen mit weltweit verteilten Lagerstandorten kann SAP LGM eine interessante Option sein, um einfache Lagerprozesse standardisiert abzubilden und langfristig Komplexität sowie Betriebskosten zu reduzieren.
Die wichtigsten Erkenntnisse entstehen dabei nicht durch Präsentationen allein, sondern durch die Bewertung der eigenen Prozesse anhand konkreter Szenarien.
Gerade Unternehmen, die bereits auf SAP BTP setzen oder diesen Weg künftig gehen möchten, können frühzeitig wertvolles Know-how aufbauen und mögliche Synergien mit anderen SAP-Cloud-Lösungen nutzen.
Unser Fazit: SAP LGM als Baustein einer flexibleren Logistikarchitektur
Wir bei Flexus beschäftigen uns intensiv mit SAP LGM und sehen sowohl die Möglichkeiten als auch die aktuellen Grenzen der Lösung.
SAP LGM ist kein universeller Ersatz für SAP EWM oder SAP TM. Für passende Anwendungsfälle kann die Plattform jedoch ein interessanter Baustein einer modernen SAP-Logistikarchitektur sein.
Besonders spannend finden wir den Ansatz, abhängig von Standort und Prozesskomplexität die passende Lösung einzusetzen.
Große Distributionszentren können weiterhin auf SAP EWM setzen, während kleinere oder weniger komplexe Lager möglicherweise von SAP LGM profitieren.
Dadurch kann Komplexität reduziert werden, ohne auf eine durchgängige SAP-Strategie verzichten zu müssen.
Gleichzeitig überzeugt uns die offene Architektur auf Basis der SAP Business Technology Platform mit ihren APIs und Integrationsmöglichkeiten. Dadurch entstehen Möglichkeiten, bestehende Systeme und Lösungen wie FlexGuide4 sinnvoll in eine moderne Cloud-Landschaft einzubinden.
Deshalb beschäftigen wir uns bereits heute intensiv mit SAP LGM, um Sie bei der Bewertung, Einordnung und strategischen Entscheidungsfindung fundiert unterstützen zu können.
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