Effizienter Wissensaustausch und interne Kommunikation als Erfolgsfaktor
In modernen Unternehmen, insbesondere in technischen Bereichen wie der Intralogistik und deren Dienstleister für Software, sind Support-Teams und Projektteams zwei zentrale Instanzen im Lebenszyklus eines Produkts oder einer Lösung. Während Projektteams typischerweise an der Entwicklung, Implementierung und Einführung neuer Systeme arbeiten, betreut der Support das System im produktiven Betrieb.
Oft entstehen jedoch Reibungsverluste an genau dieser Schnittstelle – obwohl eine enge, strukturierte und offene Zusammenarbeit zwischen Support und Projektteam von entscheidender Bedeutung ist. Sie bildet das Fundament für eine stabile Produktqualität, effiziente Problemlösungen und langfristige Kundenzufriedenheit.
Warum die enge Zusammenarbeit zwischen Support- und Projektteam so wichtig ist
Vermeidung von Wissensverlust
Projektteams verfügen über das konzeptionelle, oft exklusive Wissen zur Implementierung einer Lösung – vom Architekturansatz bis zur technischen Entscheidung. Wird dieses Wissen nicht rechtzeitig und strukturiert an das Support-Team übergeben, entstehen große Wissenslücken. Als Folge kann der Support auftretende Probleme nicht effizient bearbeiten oder gerät in langwierige Rückfragen mit dem Kunden.
Frühzeitige Rückkopplung in beide Richtungen
Der Support kann durch seine Nähe zum operativen System wertvolle Rückmeldungen geben: Welche Funktionen sind fehleranfällig? Wo fehlen Dokumentationen? Welche Module verursachen regelmäßig Supportaufwand? Diese Rückmeldungen sind viel wert für die kontinuierliche Verbesserung zukünftiger Projekte oder Releases.
Konsistenz gegenüber dem Kunden
Kunden erwarten eine kohärente Betreuung – egal ob sie gerade mit Projekt- oder Supportpersonal sprechen. Nur durch reibungslose interne Kommunikation kann dieses einheitliche Bild sichergestellt werden.
Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit
Wissensmanagement – systematisch und zugänglich
Projektteams sollten frühzeitig und strukturiert Wissen aufbereiten. Dazu zählen unter anderem technische Spezifikationen, Customizing-Details sowie Architekturentscheidungen. Ein gemeinsames Wiki, eine saubere Ticket-Historie und gepflegte Übergabedokumente helfen, Wissen nachhaltig zu verankern.
Regelmäßiger Austausch – nicht nur im Krisenfall
Regelmäßige Abstimmungsrunden oder Review-Meetings zwischen Support- und Projektteam fördern Vertrauen, Transparenz und Verständnis füreinander. Idealerweise gibt es Ansprechpartner beider Seiten, die permanent im Dialog stehen – nicht nur bei Eskalationen.
Einbindung des Supports in Projektphasen
Bereits bei Inbetriebnahmen, Testphasen oder Piloten sollte der Third-Level-Support mit eingebunden werden. So können sich die Mitarbeitenden im Support schon in das Projekt einarbeiten und Probleme werden frühzeitig antizipiert – nicht erst nach Go-Live.
Klare Kommunikationskanäle und Rollenverteilung
Hier stellen sich unter anderem die Fragen, wer wann welches Thema an das Projektteam eskalieren darf und welche Informationen über Tickets, welche über Meetings und welche informell kommuniziert werden. Diese Fragen sollten vorher geklärt sein, insbesondere bei Remote-Teams oder internationaler Zusammenarbeit.
Typische Stolperfallen – und wie man sie vermeidet
|
Problem |
Lösung |
|
Projektwissen bleibt in Köpfen |
Dokumentationspflicht & Übergabeprozesse etablieren |
|
Support wird zu spät eingebunden |
Support als Stakeholder im Projektplan berücksichtigen |
|
Eskalationen laufen ins Leere |
Gemeinsame Eskalationspfade und feste Ansprechpersonen |
|
Tickets sind zu technisch / unklar |
Gemeinsame Ticketvorlagen, ggf. „Übersetzerrolle“ einführen |
|
Feedback aus Support wird ignoriert |
Feedbackschleifen verbindlich im Projektprozess verankern |
Besonderheiten in der Intralogistik
In der Intralogistik sind die Übergänge von Projekten in den produktiven Betrieb oft besonders sensibel. Gründe dafür sind unter anderem eine hohe Systemkomplexität (Hardware, Software, SPS, Schnittstellen), zeitkritische Produktivstarts (z. B. in Versandzentren) und eine verteilte Verantwortung (z. B. Subsysteme von Drittanbietern).
Die saubere Übergabe an den Support inklusive vollständiger Systemkenntnis ist in diesem Umfeld besonders erfolgskritisch.
Fazit: Gute interne Zusammenarbeit wirkt sich extern aus
Die Zusammenarbeit zwischen Support- und Projektteam ist kein internes Nice-to-have, sondern ein zentraler Faktor für die operative Exzellenz eines Unternehmens. Sie entscheidet maßgeblich darüber,
- wie schnell und kompetent Probleme gelöst werden,
- wie zuverlässig ein System läuft, und
- wie zufrieden der Kunde langfristig ist.
Ein erfolgreiches Projekt endet nicht mit der Inbetriebnahme – sondern mit einem informierten, befähigten Support.
Das könnte Sie auch interessieren:
