Ein Lebenslauf für jede Flasche

Die Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH sorgt mit den mobilen SAP Fiori Apps der Flexus AG an 13 deutschen Produktionsstandorten für eine durchgängige Chargenrückverfolgung, eine fehlerfreie Produktion und vereinfachte Inventuren.

Aufgrund der enormen Arbeitserleichterungen in den
Bereichen Inventur, Produktionsvorbereitung und Chargenverfolgung wurden die mobilen Apps sehr gut angenommen”

Stefan Blume,
Project Engineer
Maintenance / Manufacturing
Supply Chain, CCEP DE


Classic, Zero Sugar, Light Taste oder Energy: Das weltberühmte Erfrischungsgetränk Coca-Cola gibt es mittlerweile in diversen Varianten und Geschmacksrichtungen, die auf allen Kontinenten vermarktet werden. Um den Nachschub der über 80 in Deutschland verfügbaren Coca-Cola Produkte zu sichern, gibt es allein hierzulande 16 Produktionsbetriebe. Neben Coke laufen dort auch Marken wie Vio, Mezzomix oder Fanta vom Band, die ebenfalls Teil der Coca-Cola Getränkefamilie sind.

Verantwortlich für die Produktion der Coca-Cola Getränke in Deutschland ist die Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH (CCEP DE). CCEP DE ist das größte deutsche Getränkeunternehmen und beliefert rund 325.000 Handels- und Gastronomiekunden über ein weit verzweigtes Produktions- und Vertriebsnetz. Durch die große Getränkevielfalt und auch durch die große Anzahl an Handels- und Gastronomiekunden sind die Anforderungen an den verschiedenen Produktionsstandorten enorm hoch. So muss beispielsweise durchgängig sichergestellt sein, dass die Bestandteile der verschiedenen Limonaden korrekt gemischt werden.

Zusätzlich muss es auch möglich sein, auf Knopfdruck jede einzelne Flasche oder Dose lückenlos und chargenbasiert nachzuverfolgen – und das bei einer Gesamtmenge von 3,8 Milliarden Liter Getränke pro Jahr.

220 LKW pro Tag

Am Standort Dorsten werden im Dreischichtbetrieb PET Einwegpfandflaschen und Dosen abgefüllt. Pro Stunde werden hier auf Sirupbasis bis zu 162.000 Liter Getränke hergestellt. Diese Menge wird täglich mit über 220 Lkws abtransportiert. Im Sirupraum werden die Bestandteile der Limonaden im exakt vorgeschriebenen Mischungsverhältnis angesetzt, bevor die Charge in großen Tanks produziert wird. „Schon die geringste Abweichung von der Rezeptur würde im Rahmen unseres Qualitätsmanagements sofort auffallen“, betont Tobias Chilla, der als Teamleiter die Prozesse im Sirupraum verantwortet.
„Wir wollten diese Fehler aber von vorneherein ausschließen, zumal die Konzentrate recht teuer sind“, ergänzt Stefan Blume, der bei CCEP DE als Ingenieur für die Bereiche Wartung und Produktion arbeitet.

Werksgelände Coa-Cola

Nicht zuletzt sorgen auch die länderspezifischen Rezepturen für zusätzliche Varianten und eine höhere Komplexität in der Produktion – und entsprechend auch eine erhöhte Fehlergefahr.

„Wir arbeiten hauptsächlich mit vorgefertigten Konzentraten, aber angesichts der 17-stelligen Artikel- Identifikationsnummer konnte es früher beim Mischen der einzelnen Zutaten vereinzelt zu Verwechslungen kommen“, erinnert sich Chilla.

Schlüssige Antworten

Vor diesem Hintergrund suchte die CCEP DE eine Lösung, die den Produktionsmitarbeitern technische Unterstützung bietet und Fehler vermeiden hilft. Und nicht nur das: „Wir wollten ein scannerbasiertes System, mit dem wir direkt in SAP die Entnahme der Zutaten verbuchen, die Inventur vereinfachen und zugleich die Chargenrückverfolgung sicherstellen
können“, erklärt Blume. In einem nächsten Schritt soll mit der Lösung auch noch die Zuführung der Etiketten, Deckel und Gebinde an den über 40 Abfüllanlagen gesteuert werden. Das unter dem Namen „Manufacturing Mobile“ laufende
IT-Projekt mit dem Ziel eine einheitliche mobile SAP Lösung an allen Standorten einzuführen, startete mit der Suche nach dem passenden Anbieter. Zu den Auswahlkriterien zählte zum Beispiel die Personalstärke, denn der gewünschte IT-Partner sollte CCEP an sämtlichen deutschen Standorten unterstützen können.

Außerdem wurden detaillierte Kenntnisse mit SAP Fiori, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und ein intelligentes Lösungsportfolio erwartet. „Nach eigenen Recherchen und mehreren Messebesuchen entschieden wir uns für die Flexus AG und deren eigenentwickelten SAP Fiori
Apps“, sagt Blume, der mit dem Projektverlauf und der Zusammenarbeit sehr zufrieden ist. „Kosten- und Zeitrahmen wurden exakt eingehalten und auf unsere fachlichen Fragen erhalten wir stets kompetente und schlüssige Antworten.“

Coca-Cola Scanprozess

Schnell amortisiert

Im Portfolio der mobilen SAP Apps der Flexus waren viele der von CCEP DE benötigten Funktionalitäten bereits vorhanden.
Aus Zeit- und Kostengründen wollte man sich möglichst nahe am Standard orientieren, so dass die eigenen Prozesse zum Teil an die mobilen Apps angepasst wurden – wie zum Beispiel die monatliche Inventur. Früher wurden für die am Wochenende stattfindenden Inventuren Listen ausgedruckt, in denen die Bestände manuell eingetragen und anschließend in SAP erfasst wurden. Bei Differenzen wurde ein zweites Mal gezählt. Insgesamt dauerte dieser Vorgang 4,5 Stunden. „Mit den SAP Fiori Apps der Flexus schaffen wir die Inventuren in 30 Minuten, was auch an normalen Werktagen problemlos machbar ist“, betont Blume.

Neben der höheren Produktionssicherheit ist dieser monatliche Zeitgewinn ein weiterer positiver Effekt der Lösung. Im Zuge des Projekts wurden die Mitarbeiter mit kompakten Honeywell-Lagerscannern mit TheFlex, DEM Mobile Browser für SAP, ausgerüstet, die sich dank SAP Fiori über eine grafische Oberfläche im Corporate Design von CCEP DE leicht bedienen lassen. „Die Mitarbeiter sehen nur die Informationen, die sie für den jeweiligen Prozess wirklich benötigen“, erklärt Blume. Für eine Inventur muss nur die entsprechende Kachel (Transaktion) ausgewählt werden. Anschließend wird der Mitarbeiter schrittweise durch den Inventurprozess geführt, bei dem lediglich die Barcodes gescannt und die Mengen erfasst werden müssen.

Die Belege werden papierlos erzeugt, verwaltet und zugeordnet. Die Inventurvorbereitung, -durchführung und -kontrolle ist dadurch wesentlich effizienter, transparenter, während gleichzeitig Fehler vermieden werden.

Fehlerfreier Prozess

Ein weiteres Projektziel von CCEP DE war das Vereinfachen der Chargenverfolgung, weshalb die SAP Fiori Apps bereits im Wareneingang zum Einsatz kommen. Hier werden sämtliche Zutaten und Ersatzteile in SAP erfasst. Primärverpackungen wie Deckel, Dosen, Flaschen und Etiketten sollen in der nächsten Ausbaustufe folgen. Durch das Scannen der auf den Paletten angebrachten Barcodes wird automatisch ermittelt, ob die betreffende Charge in SAP vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Charge neu angelegt. Wichtig ist hierbei, dass die Lösung die Barcodes der Lieferanten verarbeiten kann, die alle Daten zu Produkt, Mindesthaltbarkeitsdatum und Charge enthalten.

Mobiles Endgerät mit Flexus Lösung bei Coca-Cola

Für den anschließenden Produktionsprozess werden die Artikel nach dem FeFo-Prinzip (First expired – First out) im Lager abgerufen und bei der Entnahme durch den Mitarbeiter gescannt.

Sollte dabei ein falsches Produkt gescannt werden, schlagen
die mobilen Flexus Apps Alarm. Nach diesem Prinzip wird auch im Sirupraum sichergestellt, dass nur die richtigen Zutaten gemischt
werden. „Wir haben einen fehlerfreien Prozess mit dem
Verwechslungen völlig ausgeschlossen werden“, stellt Blume fest.

Enorme Erleichterung

Durch das Scannen sämtlicher Produktbestandteile können jetzt auf Knopfdruck für jede Flasche im Regal des Einzelhändlers die einzelnen Chargen zurückverfolgt werden. „Durch die mobilen Apps sind alle Daten an einem
zentralen Ort in SAP zusammengefasst, was uns im Nachgang den Nachweis einzelner Chargen wesentlich
vereinfacht“, erklärt Blume.

Dieser Prozess war früher weitgehend manuell und papiergebunden und habe im Rahmen der regelmäßigen
Audits viel Arbeitszeit gekostet. Kein Wunder, dass die mobile Scannerlösung schnell von den Mitarbeitern akzeptiert wurde: „Aufgrund der enormen Arbeitserleichterungen in den Bereichen Inventur, Produktionsvorbereitung und Chargenverfolgung wurden die mobilen Apps sehr gut angenommen“, bekräftigt Blume, der mit seinem Team bereits 13
der 16 deutschen Standorte mit der Flexus-Lösung ausgestattet hat.


Logo Referenzkunde Coa-Cola

Hinter Coca‑Cola Deutschland stehen zwei Unternehmen: Die Coca‑Cola GmbH ist für die Markenführung sowie die Produkt- und Verpackungs-entwicklung zuständig, während die Coca‑Cola European Partners Deutschland
GmbH (CCEP DE) Produktion und Abfüllung sowie Verkauf und Vertrieb verantwortet. Die CCEP DE mit Sitz in Berlin ist das größte deutsche
Getränkeunternehmen. Sie ist als alleiniger Konzessionär der Coca-Cola GmbH
für die Abfüllung sowie den Vertrieb von Coca-Cola Markenprodukten in Deutschland verantwortlich. Die CCEP DE beliefert rund 325.000 Handels- und
Gastronomiekunden über ein weit verzweigtes Produktions- und Vertriebsnetz. Die Abfüllung der über 80 in Deutschland verfügbaren Coca-Cola Produkte erfolgt vor Ort in 16 Produktionsbetrieben.