Autonome mobile Roboter steuern: Die Rolle des Transportleitsystems in der Intralogistik
Wie lassen sich autonome mobile Roboter steuern und mit weiteren Transportmitteln koordinieren?
Autonome mobile Roboter steuern und dabei mit anderen Ressourcen koordinieren: Genau das leistet ein Transportleitsystem (TLS), eine Softwarelösung zur Planung, Steuerung und Überwachung innerbetrieblicher Transporte. Es bildet die Verbindung zwischen übergeordneten Unternehmenssystemen wie SAP und den operativen Transportmitteln auf dem Shopfloor. In modernen Produktions- und Logistikumgebungen übernimmt ein Transportleitsystem die Koordination verschiedener Ressourcen: fahrerlose Transportsysteme (FTS/AGV), autonome mobile Roboter (AMR), Routenzüge, Stapler sowie weitere manuelle und automatisierte Transportmittel.
Das Ziel dabei ist immer dasselbe: Materialflüsse transparent, zuverlässig und effizient zu organisieren.
Moderne Fabriken bestehen selten aus nur einem automatisierten System. Stattdessen arbeiten unterschiedliche Transportlösungen parallel und müssen aufeinander abgestimmt werden. Genau darin liegt der Grund, warum diese Steuerungsebene mit zunehmender Automatisierung an Bedeutung gewinnt: Ein Transportleitsystem sorgt dafür, dass verschiedene Ressourcen koordiniert eingesetzt werden können, statt nebeneinander zu arbeiten.
Welche Aufgaben übernimmt ein Transportleitsystem?
Die Aufgaben eines Transportleitsystems gehen deutlich über die reine Weitergabe von Transportaufträgen hinaus. Es bildet die zentrale Steuerungsebene zwischen Auftragssystemen und Transportressourcen und übernimmt dabei mehrere Funktionen gleichzeitig.
Transportaufträge verwalten
Transportaufträge werden aus übergeordneten Systemen wie SAP ERP oder SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) übernommen, verarbeitet und an geeignete Transportressourcen verteilt. Prioritäten, Prozessanforderungen und Verfügbarkeiten fließen dabei direkt in die Auftragsverteilung ein.
Autonome mobile Roboter steuern und mit anderen Ressourcen koordinieren
In einer modernen Fabrik stehen häufig mehrere Transportressourcen parallel zur Verfügung, etwa autonome mobile Roboter (AMR), fahrerlose Transportsysteme (FTS/AGV), Routenzüge, Stapler und manuelle Transporte. Welche Ressource für welchen Auftrag infrage kommt, entscheidet das Transportleitsystem: Es weist den Auftrag der passenden Ressource zu, während die eigentliche Navigation im Detail Aufgabe der jeweiligen Fahrzeugsteuerung bleibt. Der Unterschied zwischen beiden Ebenen wird weiter unten im Abschnitt zu FTS-/AGV-Steuerung und Transportleitsystem genauer erklärt.
Wer einzelne Roboter technisch ins SAP EWM einbinden möchte, findet die Integrationsebene dazu im Glossareintrag zu SAP Warehouse Robotics, das Transportleitsystem setzt darüber an und koordiniert die Aufträge über alle Ressourcen hinweg.
Fahrwege und Transporte lassen sich durch die zentrale Steuerung außerdem besser aufeinander abstimmen. Konflikte zwischen Fahrzeugen werden reduziert, Engpässe frühzeitig erkannt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Optimierung eines einzelnen Fahrzeugs, sondern die Leistungsfähigkeit des gesamten Materialflusses.
Status und Transparenz schaffen
Ein Transportleitsystem ermöglicht eine zentrale Übersicht über:
- aktive Transportaufträge
- Fahrzeugzustände
- Transportfortschritt
- Störungen
- Verfügbarkeiten
Diese Echtzeit-Transparenz ist eine wichtige Grundlage für stabile Produktionsprozesse.
Warum werden Transportleitsysteme immer wichtiger?
Die Anforderungen an industrielle Materialflüsse haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Produkte werden individueller, Varianten steigen, und Produktionsprozesse müssen flexibler reagieren können. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, Fachkräfte effizient einzusetzen und Automatisierung sinnvoll auszubauen. Die Zahl automatisierter Transportlösungen wächst dadurch stetig.
Früher reichte häufig ein einzelnes automatisiertes System aus. Heute müssen unterschiedliche Technologien gemeinsam funktionieren: Ein autonomer mobiler Roboter, ein Routenzug und ein klassischer Stapler können jeweils für bestimmte Aufgaben die beste Lösung sein. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Systeme gemeinsam zu steuern, allen voran, wenn Unternehmen autonome mobile Roboter steuern und gleichzeitig mit klassischen Fahrzeugen koordinieren müssen. Genau hier setzt ein Transportleitsystem an.
Transportleitsystem und SAP: die Verbindung zwischen Business-Prozess und Shopfloor
In vielen Industrieunternehmen bildet SAP die Grundlage für zentrale Geschäfts- und Logistikprozesse. Materialbedarfe, Lagerbewegungen und Produktionsversorgung werden innerhalb der SAP-Systemlandschaft geplant, die tatsächliche Bewegung des Materials findet jedoch auf dem Shopfloor statt. Ein Transportleitsystem verbindet diese beiden Ebenen zu einem durchgängigen Prozess.
Der Ablauf beginnt beispielsweise mit einem Materialbedarf in SAP:
- Ein Transportauftrag wird erzeugt.
- Das Transportleitsystem bewertet verfügbare Ressourcen.
- Ein geeignetes Transportmittel übernimmt den Auftrag.
- Der Transport wird durchgeführt.
- Der Status wird zurückgemeldet.
So entsteht eine direkte, nahtlose Verbindung zwischen Planung und physischer Materialbewegung.
Unterschied zwischen FTS-/AGV-Steuerung und Transportleitsystem
Ein häufiger Fehler besteht darin, Fahrzeugsteuerung und Transportleitsystem gleichzusetzen. Eine Fahrzeugsteuerung konzentriert sich in erster Linie auf die technische Bewegung eines einzelnen Fahrzeugs oder einer Fahrzeuggruppe. Ein Transportleitsystem betrachtet dagegen den gesamten Transportprozess.
Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Die Fahrzeugsteuerung entscheidet, wie ein Roboter navigiert. Das Transportleitsystem entscheidet, welcher Roboter welchen Auftrag übernimmt, welche Priorität gilt und wie verschiedene Transporte miteinander koordiniert werden. Beide Ebenen erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig. Wer sich speziell für die Steuerungsebene innerhalb eines einzelnen FTS interessiert, findet weiterführende Details im Glossareintrag zur FTS Leitsteuerung.
Transportleitsystem und VDA5050
Mit der zunehmenden Verbreitung autonomer Fahrzeuge gewinnt die Standardisierung der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Leitsteuerungen an Bedeutung. VDA5050 beschreibt eine standardisierte Schnittstelle zwischen Leitsteuerung und automatisierten Fahrzeugen. Dadurch lassen sich kompatible Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller einfacher und herstellerunabhängig in bestehende Steuerungsumgebungen integrieren.
Für Unternehmen bedeutet das mehr Flexibilität bei der Auswahl und Erweiterung automatisierter Transportlösungen.
Vorteile eines zentralen Transportleitsystems
Ein professionelles Transportleitsystem schafft vor allem eines: Transparenz. Alle relevanten Transportinformationen stehen zentral zur Verfügung, Transportaufträge lassen sich gezielter verteilen und vorhandene Kapazitäten besser nutzen.
Der ganzheitliche Ansatz zeigt sich außerdem bei der Erweiterung: Neue Fahrzeuge oder Technologien lassen sich strukturiert integrieren, ohne bestehende SAP- und Automatisierungslandschaften abzulösen. Das Ergebnis ist eine stabilere, besser planbare Produktionsversorgung, bei der Material zuverlässig und nachvollziehbar bereitgestellt wird.
Fazit: Koordination statt Insellösungen
Die industrielle Automatisierung zeigt eine klare Richtung. Unternehmen werden künftig nicht nur einzelne Prozesse automatisieren, sondern zunehmend unterschiedliche Systeme miteinander verbinden. Damit steigt die Bedeutung einer zentralen Steuerungsebene.
Die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr nur, welche Fahrzeuge eingesetzt werden. Entscheidend ist, wie diese Fahrzeuge gemeinsam mit anderen Ressourcen effizient arbeiten. Wer heute autonome mobile Roboter steuern will, kommt an einer zentralen Koordinationsebene nicht vorbei. Ein Transportleitsystem schafft dafür die notwendige Grundlage.
Praxisbeispiel: FlexGuide4
FlexGuide4 von Flexus ist ein SAP-basiertes Transportleitsystem zur Steuerung innerbetrieblicher Transporte. Mixed Fleet. One Control. lautet der Anspruch dahinter: Die Lösung verbindet SAP-Prozesse mit unterschiedlichen Transportressourcen und ermöglicht die zentrale Steuerung automatisierter sowie manueller Transportabläufe.
FlexGuide4 unterstützt unter anderem die Integration von fahrerlosen Transportsystemen (FTS/AGV), autonomen mobilen Robotern (AMR), Routenzügen und weiteren Transportressourcen. Durch die zentrale, herstellerunabhängige Steuerung können Unternehmen ihre Intralogistik schrittweise automatisieren und bestehende Systeme weiter nutzen. Ein wichtiger Bestandteil moderner Transportsteuerung ist dabei die nahtlose Integration unterschiedlicher Technologien, dazu gehören auch standardisierte Kommunikationsansätze wie VDA5050 für kompatible Fahrzeuge.
FlexGuide4 steht damit für einen Ansatz, der SAP-Prozesse und operative Transportsteuerung miteinander verbindet und Unternehmen dabei unterstützt, ihre Intralogistik strukturiert weiterzuentwickeln.

