Staplerleitsystem für SAP

Ein freies Grundstück sucht man hier vergeblich: Das weitläufige Betriebsgelände der Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG) ist umringt von Nachbarfirmen, Straßen und Wasser. Ohne Aussicht auf räumliche Expansion stieß der Hersteller gepanzerter Ketten und Radfahrzeuge 2016 nach Jahren des Wachstums an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb suchte FFG nach effizienten Lösungen, um die vorhandene Fläche besser zu nutzen. Der interne Materialfluss bot hier einen zentralen Ansatzpunkt: Der gesamte Staplerverkehr wurde zuvor “auf Zuruf” gesteuert und von einem externen Pförtnerdienst
koordiniert.

Zentral statt dezentral

Vor diesem Hintergrund entschied sich die FFG für die Einführung eines Staplerleitsystems, um damit den kompletten Materialfluss innerhalb des Werkes zu optimieren. Neben der Materialverfolgbarkeit sollte dadurch in erster Linie die Transparenz erhöht werden.

Außerdem sollte der Pförtner entlastet, Leerfahrten vermieden und die Lagerkapazitäten besser genutzt werden. Kurzum: Das Staplerleitsystem sollte die Produktivität steigern und die Kosten senken. Gesucht war eine in SAP® integrierbare Softwarelösung für die zentrale Steuerung sämtlicher Flurförderzeuge. Schnell wurde man auf das Transport- und Staplerleitsystem FLX-TLS des Würzburger SAP Partners Flexus aufmerksam. Neben den guten Referenzen überzeugte
vor allem die direkte Integration der Software in SAP®. Nach Definition der künftigen Transportprozesse mit SAP®
wurden die benötigten Softwaremodule im Test-System implementiert. Zudem wurden sämtliche Anlieferpunkte
und Lagerzonen mit Barcodes und die Stapler mit Staplerterminals mit Touchfunktionalität versehen.

Checken am Leitstand

Jetzt können die Fahraufträge mit wenigen Klicks an diversen PCs zwischen Warenein- und Warenausgang mit SAP® angelegt werden. Mit jedem Auftrag wird zeitgleich ein Barcode-Etikett gedruckt, das an den zu transportierenden Paletten angebracht wird.

Nachdem die Fahraufträge auf Basis der Prioritäten routenoptimiert disponiert wurden, erscheinen diese direkt auf dem entsprechenden Staplerterminal. Danach können sie schnell und fehlerfrei abgearbeitet werden, wofür den Fahrern ein mobiler Scanner zur Verfügung steht. Durch das Scannen der Barcodes an der Palette und den betroffenen Lagerzonen wird sichergestellt, dass die richtige Palette zum richtigen Ort befördert wird. Zusätzlich haben die Vorgesetzten jetzt jederzeit die Möglichkeit, den Materialfluss über einen eigenen Staplerleitstand, dem so genannten SLS Cockpit, zu
steuern.

Das FLX-TLS Transport- und Staplerleitsystem für SAP® kann aber nicht nur zum Disponieren der werksinternen Stapler eingesetzt werden. Ein weiteres Einsatzfeld bei anderen Kunden ist die Steuerung aller weiteren Ressourcen innerhalb des Materialflusses: Dazu zählen Routenzüge, Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten, der werksinterne Lkw- Verkehr sowie die Hochregallager. Damit gewährleistet die Lösung die bereichsübergreifende Steuerung und Verfolgung des Materialflusses, während die Leerfahrten auf ein Minimum reduziert werden. Zahlreiche Module und Erweiterungen sorgen für eine optimale Abstimmung auf die Kundenbedürfnisse.

Der Nutzen des Staplerleitsystems für FFG ist im wahren Sinne deutlich sichtbar, da nun jede Palette im SLS-Cockpit über den gesamten werksinternen Transportprozess verfolgt werden kann. Vor der Einführung des FLX-TLS Transportleitsystems war diese Materialverfolgbarkeit nicht gegeben, was zu langen Suchzeiten und in einzelnen Fällen zu
Neubestellungen nicht auffindbarer Artikel führte. Ein weiterer großer Vorteil der zentralen und wegeoptimierten
Materialflusssteuerung ist die deutlich höhere Auslastung der Stapler und deren Fahrer. Diese sind nun wesentlich schneller am Zielort, was nicht zuletzt auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigert – einschließlich des Pförtners, der deutlich entlastet wurde und sich nun wieder auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren kann.

Fazit

Die Flensburger Fahrzeugbau GmbH ist von den Vorteilen der System-Umstellung im internen Materialfluss überzeugt: „Die Zeit, die man heute bei der Einführung eines Transport- und Staplerleitsystems aufwendet, spart man morgen doppelt“, bringt es Logistikleiter Detlef Vogel auf den Punkt.


Die Flensburger Fahrzeugbau ist im zivilen und wehrtechnischen Bereich international tätig. Zu den Kernkompetenzen der FFG gehören Entwicklung, Herstellung, Umrüstung und Optimierung von gepanzerten Ketten- und Radfahrzeugen einschließlich Sicherheitskonzepten zum Schutz der Insassen gegen Minen und ballistische Bedrohungen.

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