Heraeus und SAP: Harmonisiert und veredelt mit Flexus

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus setzt für seine interne Materialflusssteuerung auf in SAP integrierte mobile Apps und das Transportleitsystem der Flexus AG.

Die Flexus AG hat uns mit ihrem großen SAPKnow-how und dem
anwenderfreundlichen Design ihrer flexibel anpassbaren Lösungen
überzeugt.”

Michael Müller
Head of Competence
Center Logistic
Heraeus Infosystems GmbH


Schwer fassbar: Wer den Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus in wenigen Worten beschreiben will, wird den vielseitigen Aktivitäten des Familienunternehmens kaum gerecht. Der in Hanau ansässige Global-Player bietet Produkte und Lösungen für die Bereiche Umwelt, Energie, Elektronik, Gesundheit, Mobilität und industrielle Anwendungen. Während die
Marke Heraeus bei Endverbrauchern kaum bekannt ist, genießt sie bei den weltweiten Industriekunden hohes Ansehen.
Im Rahmen des 2013 gestarteten Projekts mit dem Namen „Magellan“ werden 20 konzernweit eingesetzte SAP-Systeme vereinheitlicht und in einer IT-Plattform harmonisiert. 2020 soll der Prozess abgeschlossen sein.

Anwenderfreundliches Design

„Magellan war unter anderem die Voraussetzung für das Einführen eines mobilen Buchungssystems für sämtliche
Rohstoff- und Warenbewegungen entlang der internen Produktions- und Lieferkette“, erklärt Michael Müller,
Head of Competence Center Logistic bei der Heraeus Infosystems GmbH. Mit der mobilen Buchungs-Lösung
sollte vor allem die Transparenz und Bestandssicherheit erhöht werden. „Durch das Buchen von Material- oder Warenentnahmen per Handheld direkt am Regal gewinnen wir Prozesssicherheit“, so Leon Strack, der als Solution
Architekt für das Thema zuständig ist. Ohne eine in SAP integrierte mobile Lösung können diese Buchungen
nur am Leitstand einer stationären Workstation gebucht werden, was zu zeitlichen Verzögerungen und
Ungenauigkeiten führen kann. Bei der Suche nach dem geeigneten Lieferanten fiel die Wahl auf den SAP-Partner
Flexus AG und die Lösung FLX-MOBIL. Das anwenderfreundliche Design der Flexus-Lösung komme vor allem
bei den mit FLX-MOBIL programmierbaren Fiori Apps zur Geltung. Bei Heraeus erscheinen die geräteunabhängigen
Apps thematisch gruppiert als klickbare Kacheln auf den Touchscreens der mobilen Computer und sorgen so für
eine hohe Übersichtlichkeit.

Neun Templates für Fünf Kontinente

In gemeinsamen Workshops wurden für FLX-MOBIL neun Basis-Templates entwickelt, mit denen bei Heraeus fast alle Buchungsprozesse der auf fünf Kontinenten verteilten 100 Standorte abgebildet werden können. „Für die übrigen Szenarien fügen wir bei Bedarf an den betreffenden Standorten noch Templates hinzu“, berichtet Müller. Die neun Standard-Templates beinhalten zum Beispiel Funktionen für das Buchen von Warenein- und Warenausgängen, das Kommissionieren oder das Inventarisieren. Eine geplante weitere App soll ab 2020 den Versandprozess unterstützen: Mit der so genannten Packtischlösung für SAP EWM werden die Versandmitarbeiter über einen intuitiven Packdialog durch die einzelnen Arbeitsschritte wie die Auswahl des benötigten Packmittels, das Verpacken, Wiegen und den Etikettendruck geleitet.

Außerdem wird das Bilden von Handling Units (HU) unterstützt. Der Prozess wird dadurch enorm vereinfacht, was zu
verkürzten Einarbeitungszeiten und einer höheren Effizienz führt.

30 Prozent weniger Leerfahrten

SAP Fiori hatte 2016 die bis dahin verwendete Programmierplattform ITSMobile abgelöst, wodurch auch die eingesetzte Hardware benutzerfreundlicher wurde. Seither setzt Heraeus auf mobile Scanner im Smartphone-Look. Im selben Jahr kam mit dem Transportleitsystem FLX-TLS eine weitere in SAP integrierte Komponente für die Materialflusssteuerung ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Heraeus von seinem externen Dienstleister für die interne Standortlogistik getrennt. Eine eigens gegründete Abteilung war daher auf der Suche nach einem geeigneten IT-System. Die Entscheidung viel letztlich
auf das FLX-TLS von Flexus.

Routenzug Heraeus

Pro Tag fallen auf dem weitläufigen Werksgelände rund
250 Transportaufträge an, für die zwei Routenzüge
und drei Gegengewichtsstapler mit einer Tragkraft
von 4 Tonnen bereitstehen.

Die in SAP oder manuell generierten Fahraufträge werden per WLAN an die Staplerterminals verteilt, wobei spezielle Algorithmen für die Routenoptimierung zum Einsatz kommen.
Dadurch lässt sich der Anteil der Leerfahrten um bis zu
30 Prozent senken.

4-Augen-Prinzip

Mit dem FLX-TLS lassen sich auch die bei Heraeus erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen abbilden, die zum Beispiel bei der Beförderung von Edelmetallen beachtet werden müssen. Für die Übergabe von Edelmetallen zwischen Produktion und Logistik gilt bei Heraeus das 4-Augen-Prinzip. Beim Generieren eines Transportauftrags entscheidet SAP anhand des
Warenwerts und weiterer Kriterien, ob das 4-Augen-Prinzip angewendet werden muss. Die für diesen Fall programmierte Lösung sieht vor, dass sich der Staplerfahrer und der Mitarbeiter aus der Produktion die persönliche Übergabe mit ihrer jeweiligen Identifikationsnummer auf dem Staplerterminal oder Handheld verifizieren.

Als Weiterentwicklung dieses Systems hat Heraeus das Technical Eyes Principle – kurz TEP – entwickelt, das mit kameraüberwachten abschließbaren Abhol- und
Übergabeboxen funktioniert.

Bei TEP spart man sich die persönliche Begegnung zweier Mitarbeiter: Hier kann der Fahrer die Ware ohne Wartezeiten direkt übernehmen und zu ihrem Bestimmungsort bringen.

WIP-Bestände im Griff

Eine weitere wichtige Anforderung an das Transportleitsystem war das Handling von Zwischenbeständen, für die in SAP noch keine Materialnummer angelegt wurde. In SAP ist die Verwaltung dieser so genannten WIP-Bestände (Work in Process) nicht möglich. Deshalb hat Flexus die FLX-WIP Lagerverwaltung entwickelt. Die Lösung wurde bei Heraeus nahtlos in das FLX-TLS integriert. Das Transportleitsystem koordiniert dabei die Versorgung von Arbeitsplätzen mit Rohmaterial,
die Weitergabe von bearbeitetem Material an den nächsten Arbeitsplatz oder die Ver- und Entsorgung mit Ladehilfsmitteln oder Zusatzmaterialien.

Darüber hinaus sorgt das Transportleitsystem für maximale Transparenz über alle werksinternen Transporte und liefert die Datenbasis für weitere Optimierungen. So konnte zum Beispiel der Anteil der per Routenzug durchgeführten Transporte von 50 auf 80 Prozent erhöht werden. Die im Vergleich zum Routenzug weniger effizienten Stapler-Einsätze wurden auf 20 Prozent reduziert. Ein weiterer Effekt betrifft die Reaktionszeit: „Früher dauerte es im Durchschnitt rund vier Stunden, bis
ein angeforderter Transport durchgeführt wurde. Dieser Wert konnte auf 90 Minuten gesenkt werden“, betont Leon Strack. Kein Wunder, dass das FLX-TLS demnächst auch noch an weiteren Standorten zum Einsatz kommen soll.

Fazit

Mit dem Transportleitsystem FLX-TLS und dem mobilen Buchungssystem FLX-MOBIL hat Heraeus sein zentrales SAP-System um einige Zusatzfunktionen bereichert und damit Transparenz, Qualität und Effizienz erhöht.


Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit führendes Portfoliounternehmen in Familienbesitz. Die Wurzeln des 1851 gegründeten Unternehmens reichen zurück auf eine seit 1660 von
der Familie betriebene Apotheke. Heraeus bündelt heute eine Vielzahl von Geschäften in den Feldern Umwelt, Energie, Elektronik, Gesundheit, Mobilität und industrielle Anwendungen. Heraeus beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter in 40 Ländern. Heute zählt Heraeus zu den Top 10 Familienunternehmen in Deutschland und hat eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.

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